Pferd beim Heu Fressen

Der Stoffwechsel deines Pferdes

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Mit dem letzten Teil dieser Anatomieserie möchte ich dir einen kleinen Überblick über den Stoffwechsel deines Pferdes und die damit verbundenen inneren Organe geben. Weitere Artikel zu den Themen Knochenbau, Muskulatur und Sinnnesorgane der Pferde findest du hier zum Nachlesen.

Der Stoffwechsel deine Pferdes

Der Begriff Stoffwechsel beschreibt im Allgemeinen die Gesamtheit aller biochemischen Vorgänge, die einen Organismus im Gleichgewicht halten, also die Aufnahme, Spaltung, Umwandlung, Verwertung und Auscheidung von Stoffen, die dem Körper zugeführt werden.

Diese Vorgänge dienen  der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, dem Aufbau und der Erhaltung der Körpersubstanz und der Energiegewinnung für körperliche Aktivitäten.

Am Gesamtstoffwechsel des Körpers sind mehrere Organgruppen beteiligt, nämlich das Verdauungssystem, das Atmungssystem, das Entgiftungssystem und das Herz-Kreislauf-System. Das Zusammenspiel der einzelnen Organgfunktionen wird über das vegetative Nervensystem unterbewusst gesteuert.

Das Verdauungssystem deines Pferdes

Die Aufgaben des Verdauungssystems liegen in der  Aufnahme, Spaltung, Umwandlung, Verwertung und Auscheidung von Stoffen die deinem Pferd mittels Futter zugeführt werden.

Anders als bei Fleischfressern ist dieses empfindliche Organsystem darauf ausgelegt, die vom Pferd als Dauerfresser nahezu permanet aufgenommenen, für Menschen zum Teil sogar unverdaulichen Nahrungsbestandteile effizient zu verwerten.

Im Maul wird die Nahrung zunächst durch mahlende Kaubewegungen zerkleinert, mit Speichel durchmischt und anschließend über die Speiseröhre in den Magen abgeschluckt.

Der Magen

Der Magen selbst ist ein Hohlmuskel mit ca.12-15 Litern Fassungsvermögen, der in der Lage ist, sich zusammenzuziehen und wieder zu entspannen.

In seinem vorderen drüsenlosen Teil sind bestimmte Arten von Mikroorganismen angesiedelt, die auf den Abbau von leichtverdaulichen Kohlenhydraten wie zum Beispiel Zucker spezialisiert sind.
Im hinteren Teil befinden sich an der Mageninnenwand verschiedenen Arten von Drüsen, die zum einen Magensäure und zum anderen Schleim produzieren.

Der Schleim legt sich als dicke Schutzschicht über die empfindliche Magenwand und schützt diese vor Selbstverdauung durch den Magensaft.

Der im vorderen Magenteil anverdaute Nahrungsbrei wird mit Hilfe der Eigenmotorik des Magens weiterbefördert, durchmischt und mit Salzsäure und Verdauungsenzymen aus dem Magensaft angereichert.

Durch das auf diese Weise erzielte Absinken des pH-Wertes des Mageninhaltes wird zum einen die mikrobielle Verdauung beendet und zum anderen der Abbau von Eiweißen vorbereitet.

Der Darm

Erreicht der vorverdaute Futterbrei schließlich die geeignet Konsistenz, wird er in kleinen Portionen an den Darm abgegeben.

Dieser besteht aus einem schlauchförmigen Hohlmuskel, der ebenfalls zu peristaltische Bewegungen in der Lage ist.
Grob unterschiedet man den bis zu 20 Meter langen Dünndarm mit einem Fassungsvermögen von ungefähr 60 Litern und den sich anschließenden Dickdarm mit einer Länge von circa 8 Metern und einem Volumen von fast 130 Litern.

In den vorderen Bereich des Dünndarms münden der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und der Gallengang der Leber.
Über die gesamte Länge des Dünndarms findet der enzymatische Abbau der mit der Nahrung aufgenommen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße statt.
Mit Hilfe von Enzymen aus Gallensaft und Bauchspeicheldrüsensekreten, die in diesen Darmabschnitt freigesetzt werden, werden die leichtverdaulichen Bestandteile der Nahrung aufgespalten und gelangen über spezielle Kanäle in der Darmwand in den Blutkreislauf.

Von dort werden sie je nach Bedarf im Körper verteilt, umgebaut oder gespeichert.

Die Umbau- und Speicherungsfunktionen werden zu großen Teilen von der Leber übernommen.

Sie ist in der Lage, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße auf- und ab- beziehungsweise umzubauen und teilweise auch zu speichern.

Als Nebenprodukt dieser starken Stoffwechseltätigkeit fällt Wärme an, die einen erheblichen Teil der Körperkernwärme ausmacht.

Der übrige Nahrungsbrei, der nun noch die schwerverdaulichen Bestandteile der Rohfasern enthält, wird zum Dickdarm weitergeleitet.
Vor allem im oberen Teil des Dickdarms, im Blind- und Grimmdarm bilden sich taschenartige Ausstülpungen der dicht mit Mikroorganismen besiedelten Darmwand.

Diese Austülpungen sorgen für einen längeren Verbleib des Nahrungsbreis und bieten so den Mikroorganismen Zeit, die schwerverdaulichen Nahrungsbestandteile aufzuspalten und für den Körper nutzbar zu machen.

Im letzten Darmabschnitt wird dem übrigen Nahrungsbrei Flüssigkeit entzogen und die unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden wieder ausgeschieden.

Die Nieren als Entgiftungsstation

Wie auch wir Menschen hat dein Pferd zwei Nieren.

Im Pferdekörper befinden sie sich beiderseits der Wirbelsäule unter den Querfortsätzen der Lendenwirbel.

Die Hauptaufgaben der Nieren bestehen in der Entgiftung des Körpers und der Regulation des Salz- und Wasserhaushaltes des Organismus.

Sie filtern das Blut, entziehen ihm die wasserlöslichen Stoffwechselabbauprodukte und entfernen Fremdstoffe.

Im Inneren der Niere, dem sogenannten Nierenbecken, wird das Endprodukt des Eiweißstoffwechsels, der Harnstoff, gesammelt und schließlich über den Harnleiter und die Harnblase ausgeschieden.

Die Atmung deines Pferdes

Das Atmungssystem sorgt für die dauerhafte Versorgung des Organismus mit Sauerstoff und auch für die Regulierung des Wärme-und Wasserhaushalts des Körpers.

In Ruhe macht dein Pferd 8 – 16 Atemzüge pro Minute und nimmt bei jedem Atemzug 4 – 6 Liter Luft auf.

Die Atemluft gelangt über die Nüstern des Pferdes durch den Kehlkopf in die Luftröhre.

Diese teilt sich in Höhe des Brusteingangs in zwei dünnere Röhren, die sogenannten Hauptbronchen.

Diese Hauptbronchien treten in je einen Lungenflügel ein und verästeln sich in die Bronchuli und weiter in die Bronchiolen.

Die verzweigungen werden immer feiner und enden schließlich blind in den  Lungenbläschen.

Die Lunge füllt den gesamten Brustraum deines Pferdes aus.

Beim Einatmen weiten Rippenmuskulatur und Zwerchfell den Brustkorb und sorgen so dafür, dass durch einen Unterdruck in der Lunge die Luft über die Atemwege eingesaugt wird.

Diese unverbrauchte sauerstoffreiche Luft tritt im Bereich der mit feinen Blutgefäßen umsponnenen Lungenbläschen mit dem Blut in Kontakt.

Die darin enthaltenen roten Blutkörperchen geben das mittransportierte Kohlenstoffdioxid an die Atemluft ab und nehmen im Gegenzug Sauerstoff auf, um ihn Richtung Herz und von dort in den gesamten Körper zu transportieren.

Durch den Kontakt von Blut und Umgebungsluft des Pferdes kommt es außerdem zur Abgabe von Wärme und Feuchtigkeit des Organismus.

Dieser Umstand wird vom Tier zum Teil genutzt um den Wämrehaushalt zu regulieren.

Durch erschlaffen von Rippenmuskulatur und Zwerchfell kommt es anschließend zur Verkleinerung des Brustraums und die verbrauchte Atemluft wird aus der Lunge ausgepresst.

Das Herz-Kreislauf-System deines Pferdes

Das Herz- Kreislauf-System ist das Transportsystem des Körpers.

Das Blut

Mit dem Blut, das in einem großen und einem kleinen Kreislauf durch den Organismus zirkuliert, werden Sauerstoff und Nährstoffe in jede Körperzelle transportiert und deren Stoffwechselprodukte entfernt.

Über das Blut stehen alle Teilsysteme des Organsimus miteinander in Wechselwirkung.

Bei einem gesunden Pferd beträgt die Blutmenge circa 7 – 9% des Körpergewichts, also ungefähr 40 – 50 Liter.

Es besteht aus dem flüssigen Blutplasma und den darin gelösten roten und weißen Blutkörperchen sowie den Blutplättchen.

Während die roten Blutkörperchen den Sauerstoff transportieren, sind die weißen Blutkörperchen für die Immunabwehr zuständig und die Blutplättchen unterstützen die Blutgerinnung.

Der Blutkreislauf

Das Blut wird vom Herzen, einem Hohlmuskel mit vier Kammern durch den gesamten Pferdekörper gepumpt.

Dabei fließt das Blut durch ein im gesamten Organismus weit verzweigtes System aus Arterien, die sich vom Herzen weg immer feiner verzweigen bis sie schließlich als haarfeine Kapillaren den Übergang zu den Venen bilden, die sich in umgekehrter Richtung wieder vereinen und zu großen Blutgefäßen zusammenlaufen.

Ausgehend von der rechten Herzkammer wird sauerstoffarmes Blut über die Lungenarterie zur Lunge gepumpt.

Beim durchfließen der feinen Blutgefäße der Lungenkapillaren wird das Blut mit Sauerstoff angereicht und von Kohlenstoffdioxid befreit.

Es fließt über die Lungenvene wieder zum Herzen zurück und beendet so den kleinen Blutkreislauf in der linken Vorkammer.

Von dort wird es in die linke Herzkammer gepumt und fließt durch die Aorta und Ihre Verzweigungen in den gesamten Organismus.

Dabei geben die roten Blutkörperchen nach und nach den gebundenen Sauerstoff an die Körperzellen ab und nehmen im Gegenzug Kohlenstoffdioxid auf.

Beendet wird der große Blutkreislauf durch Eintreten des Blutes durch die vordere und hintere Hohlvene in die rechte Vorkammer des Herzens.

Auf seinem Weg durch den Körper fungiert das Blut als Transportmittel für Hormone, Nährstoffe wie beispielsweise Glukose und auch Abfallprodukte.

Diese werden vom Ort der Entstehung zu Ihren Bestimmungsort befördert.

Die Fließgeschwindigkeit des Blutes ist unter anderem abhängig von der Herzfrequenz und dem Schlagvolumen des Herzen.

Der Puls liegt bei einem gesunden Pferd in Ruhe bei 28-45 Schlägen in der Minute.

Bei starker körperlicher Beanspruchung steigen Herzfrequenz und Schlagvolumen um ein Vielfaches an, um dem erhöhten Sauerstoff- und Energiebedarf der Muskulatur zu decken.

Muss eine plötzliche und höhe Muskelleistung erbracht werden und es kommt Sauerstoffmangel im Gewebe, kann der Pferdeorganismus außerdem auf eine in der Milz und zum Teil auch in der Leber gespeicherte Blutreserve zurückgreifen, die dem Blutkreislauf sofort unterstützend zugeführt wird.

Die Reinigung des Blutes von den Abfallprodukten des Stoffwechsels übernehmen die Nieren.

War dieser Artikel hilfreich für dich?

Lass es mich wissen.

Ich freue mich über dein Feedback.

Teile deine Fragen und Anregungen in den Kommentaren!

Eine schöne Woche

Corinna1

Bildquelle: Pixabay

Bleibe mit mir in Kontakt!

Facebook

Schenke uns ein Like!

Twitter

Folge uns!

Melde Dich zum Newsletter an!

Verpasse keine Neuigkeiten mehr. Kein Spam. Versprochen!

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Schreibe einen Kommentar