Zirkel

Zirkel und Volten – Kreisrunde Grundlagen für ein ausbalanciertes Pferd

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Zirkel und Volten zählen zu den Grundübungen der Pferdeausbildung. Warum Du sie immer wieder in dein Training einbauen solltest und wie sie deinem Pferd helfen, dich geschickter und schonender zu tragen, erkläre ich dir heute hier:

Was sind Zirkel und Volten?

Als Zirkel bezeichnen wir Reiter üblicherweise die Linie eines gedachten Kreises mit einem Durchmesser von 20m. Je nach Platzverhältnissen und Reitweise liegt dieser gedachte Kreis der besseren Einteilung wegen eingebettet in einem Dressurviereck zwischen den Bahn- und Zirkelpunkten.

Bei Kreisen mit einem Durchmesser von 10 m oder weniger spricht man von Volten. Diese werden im Dressurviereck an den Bahnpunkten angelegt.

Reiten wir eine solche Bahnfigur, sollte unser Pferd in allen drei Grundgangarten idealerweise mit seiner Längsachse durch Stellung und Biegung dieser Linie folgen.

Zirkel und Volten
Zirkel und Volten

Wozu sind Zirkel und Volten gut?

Zirkel und Volten schulen das Gleichgewicht und das Körpergefühl deines Pferdes. Es lernt, sich in Wendungen auszubalancieren und sich selbst zu tragen. Durch den gymnastizierenden Effekt der Stellung und Biegung werden außerdem seine Losgelassenheit und Geraderichtung gefördert.

Je kleiner der Durchmesser der Kreislinie, desto anspruchsvoller ist die Übung.

Während auf einem großen Zirkel noch sehr wenig Längsbiegung notwendig ist, muss dein Pferd für eine korrekte Volte schon über eine geschmeidige Muskulatur verfügen, um sich der Linie anpassen zu können.

Außerdem verlangt eine kleinere Kreislinie auch eine höhere Tragkraft der Hinterhand und ein gewisses Maß an Versammlungsbereitschaft, denn dein Pferd muss sich über die Lastaufnahme der Hinterbeine ausbalancieren.

Die Trainingseffekte für dein Pferd zusammengefasst sind also:

  • Dehnung der seitlichen Hals- und Rumpfmuskulatur der äußeren Körperseite
  • Aktivierung und Kräftigung der Hinterhand und vor allem des inneren Hinterbeins
  • Stärkung der Bauchmuskulatur der inneren Körperseite
  • Verbesserung von Losgelassenheit, Balance, Tragkraft und Versammlungsbereitschaft
  • Verbesserung der Reaktionen auf das Zusammenspiel deiner Hilfen

Wie sieht die Hilfengebung aus?

Der Reiter dreht sich aus der Hüfte heraus leicht in die Bewegungsrichtung der Wendung. Dadurch belastet er seinen inneren Gesäßknochen. Der innere am Gurt liegende Schenkel des Reiters aktiviert durch vorwärts treibende Hilfen das innere Hinterbein des Pferdes, sorgt für die Längsbiegung und verhindert das Hereindrängen des Pferdes in den Zirkel. Der äußere Schenkel liegt verwahrend und wenn notwendig auch gleichzeitig treibend leicht hinter dem Gurt. Er sorgt für ein gleichmäßiges Vortreten des äußeren Hinterbeines und hält die Hinterhand in der Spur der Vorhand. Der innere Zügel sorgt für eine leichte Stellung, der verwahrende äußere Zügel begrenzt diese.

Was hilft, wenn die Linie unrund wird?

Die größte Schwierigkeit beim Reiten von Zirkeln und Volten ist, die Linie gleichmäßig rund zu reiten und dabei eine konstante Stellung und Biegung deines Pferdes zu erhalten.

Das bedeutet, der Kreisbogen darf nirgendwo abflachen, aber auch keine Ecken enthalten.

Das Pferd soll der Linie wie in einer andauernden großen Wendung folgen.

Ein einfacher aber wirkungsvoller Trick ist deshalb, den Kreis aufzuteilen und sich immer nur auf einen Teil der Linie zu konzentrieren.

Stehen dir auf einem Reitplatz Bahnpunkte zur Verfügung, kannst du den Zirkel von Punkt zu Punkt reiten, also zum Beispiel C – Zirkelpunkt – X – Zirkelpunkt -C.

Volten mit 10m Durchmesser kannst du aufteilen in zwei Hälften, nämlich Bahnpunkt-Mittellinie-Bahnpunkt.

Stehen dir keine Bahnpunkte zur Verfügung, kannst Du dir Ersatzweise auch Pylonen zur Hilfe nehmen und dir damit die Bahnpunkte ersetzen.

Konzentriere dich beim Reiten immer darauf, den nächsten Bahnpunkt mit einer ordentlich gebogenen Linie zu erreichen und schau kurz bevor Du den nächsten Punkt erreichst bereits zum übernächsten Punkt hin.

Versuche dabei zu erfühlen, ob sich dein Pferd ausbalanciert auf der gebogenen Linie bewegt. Wie sich das anfühlen und aussehen sollte, kannst du im Beitrag über Stellung und Biegung nochmals nachlesen.

Ist dein Pferd noch sehr unausbalanciert und hält die Kreislinie noch nicht so gut ein, kann es außerdem helfen, dem Pferd eine optische Begrenzung zu bieten.

Dies kannst du ganz einfach umsetzen, indem du die Linie zum Beispiel mit Pylonen oder den weichen Schaumstoffteilen der Dualaktivierung festlegst. Driftet dein Pferd nach außen, begrenzt du die Linie außerhalb des Zirkels. Treibt dein Pferd ins Zirkelinnere, gibst du innen eine Beschränkung vor.

Immer nur im Kreis – ist das nicht langweilig?

Natürlich solltest du dein Pferd nicht immer nur im Kreis reiten. Beherrscht dein Pferd aber korrekt das Laufen auf dem Zirkel, kannst du dir daraus viele weitere Übungen ableiten, die den Trainingseffekt weiter steigern. Hier sind einige Beispiele:

Aus dem Zirkel Wechseln

Du wechselst direkt von der Zirkellinie der einen Hand auf die Zirkellinie der anderen Hand. Dabei reitest Du den ersten Zirkel bis kurz vor der Bahnmitte bei X, richtest dein Pferd dann etwa eine Pferdelänge gerade und stellst und biegst es dann fließend und geschmeidig in die Bewegunsrichtung des neuen Zirkels.

Dieser Handwechsel erfordert von dir eine gefühlvolle Einwirkung und eine gute Koordination deiner Hilfen, denn dein Pferd muss seine Balance neu justieren und sicher von der alten in die neue Biegung finden, ohne Takt oder Gleichgewicht zu verlieren.

Bei jungen und oder unerfahrenen Pferden liegt das Ziel dieser Aufgabe darin, nach dem Handwechsel direkt wieder eine saubere Zirkellinie reiten zu können auf der das Pferd auf der neuen Hand korrekt gestellt und gebogen ist.

Bei einem etwas fortgeschrittenen Ausbildungsstand deines Pferdes kannst Du diese Übung auch als Aufwärmübung nutzen. Mehrmals ausgeführt schult diese Art des Handwechsels die Durchlässigkeit deines Pferdes für die diagonale Hilfengebung und die Muskulatur beider Körperhälften wird gleichmäßig erwärmt, gedehnt und gekräftigt.

Zirkel verkleinern und vergrößern

Beim Zirkelverkleinern reitest Du dein Pferd schneckenhausförmig auf einer immer kleiner werdenden Kreislinie um den Zirkelmittelpunkt.

Dabei kannst du den Zirkel je nach Ausbildungsstand deines Pferdes bis auf Voltengröße verkleinern.

Beim anschließend folgenden Zirkelvergrößern reitest du dein Pferd genauso schneckenhausförmig wieder zurück auf die ursprüngliche Zirkellinie.

Achte darauf, dass sich dein Pferd auch auf der keineren Linie und auch beim Vergrößern im Takt und korrekt gestellt und gebogen bewegt.

Diese Übung verbessert die Längsbiegung und die Aktivität der Hinterhand deines Pferdes. Es muss sich in der engeren Wendung mehr biegen und mit der Hinterhand mehr Last aufnehmen.

Zusätzlich schult diese Übung auch die Einwirkung durch deine Hilfen, denn das Pferd lernt, sich von den äußeren Hilfen begrenzen und sich von den inneren Hilfen seitwärts treiben zu lassen.

Volten

Bist du mit deinem Pferd in der Lage den Zirkel korrekt zu verkleinern, kannst Du anfangen, Volten zu erarbeiten. Sie können überall in der Bahn vom ersten Hufschlag ausgehend geritten werden und sollten zu Beginn 10m Durchmesser haben. Die Volte sollte also zwischen ersten Hufschlaf und Mittellinie passen.

Um dem Pferd die Linie etwas zu vereinfachen, kannst du die Volten zunächst in den Ecken der Bahn anlegen.

Mit dem Reiten von Volten förderst Du eine stärkere Längsbiegung und erste Schritte in Richtung Geschlossenheit und Versammlung.

Halbe Volte rechts – Halbe Volte links

Diese Übung kombiniert das Reiten von Volten mit einem Handwechsel. Du reitest vom ersten Hufschlag ausgehend eine halbe 10m-Volte, richtest bei erreichen der Mittellinie dein Pferd gerade und wendest in eine halbe 10m- Volte auf der gegenüberliegenden Hand ab.

Durch das Reiten dieser Linie schulst du Gleichgewicht, Korordination und die wechselseitige Lastaufnahme des Inneren Hinterbeines deines Pferd. Zusätzlich muss es sich auf beiden Körperhälften im Wechsel vermehrt biegen.

Durch den Zirkel Wechseln

Diese Übung kombiniert das Reiten auf dem Zirkel mit den halben Volten. Möchtest du durch den Zirkel wechseln, leitest du kurz vor Erreichen des Zirkelpunktes die erste halbe Volte ein, richtest dein Pferd zwischen den halben Volten gerade, reitest dann die halbe Volte auf der neuen Hand und stellst dein Pferd schließlich auf die Linie des neuen Zirkels ein.

Das durch den Zirkel Wechseln stellt bereits einen recht hohen Anspruch an die Durchlässigkeit deines Pferdes.

Es muss seine Längsbiegung in schneller Abfolge an verschiedene Biegungsgrade der Linien anpassen und dabei sein Gleichgewicht halten. Außerdem erfordern die kleinen Linien ein stärkere Lastaufnahme der Hinterbeine und eine schnelle Reaktionsbereitschaft.

Zirkel und Handwechsel
Zirkel und Handwechsel

Was muss ich sonst noch beachten?

Wichtig ist bei allen gebogenen Linie, dass dein Pferd sich weiterhin hufschlagdeckend bewegt. Das heißt, es soll mit dem äußeren Hinterbein in die Hufspur des äußeren Vorderbeins und mit dem inneren Hinterbein in die Spur des inneren Vorderbeins treten.

Außerem gilt, je kleiner die Kreislinie, desto stärker muss sich dein Pferd biegen und ausbalancieren. Deshalb solltest Du die schwierigeren Linien erst erarbeitet, wenn dein Pferd sich bei einfacheren Übungen gleichmäßig zwischen deinen Hilfen einrahmen lässt und sich losgelassen und im Takt bewegt.

Entscheidend für eine gute Selbsthaltung, geschmeidige Wendungen und Handwechsel sind außerdem die halben Paraden. Nutze sie immer wieder, um dein Pferd aufmerksam zu halten, auf das Abwenden vorzubereiten, oder Balance und Selbsthaltung zu fördern.

War dieser Artikel hilfreich für dich? Welche Tipps für gelungene Zirkel und Volten hast du? Teile sie in den Kommentaren !

Viel Spaß beim Üben und Kombinieren der Linien!

Eine schöne Woche

Corinna1

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